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April - Mai 2018

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Editorial Ausgabe 76

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Liebe Leser,

 

als ich im Frühjahr 2006 an die Türen des NEXUS-Magazins klopfte, das damals noch in Potsdam saß, war ich gerade in meiner Findungsphase. Ich hatte ein paar Jahre an der Uni hinter mir, mich als Bauhelfer herumgeschlagen und eine Ausbildung als Mediengestalter auf Tasche – aber so richtig angekommen war ich noch nicht. Was mich letztlich nach Potsdam getrieben hatte, das war ein seltsam gewisses Gefühl: Seit einigen Jahren schon hatte ich die verrückten Informationen der damals noch jungen alternativen Medienszene in mich aufgesogen, und hier gab es nun ein Magazin um die Ecke, das sich genau mit den Dingen beschäftigte, über die ich im stillen Kämmerlein so manche Nacht verbracht hatte. Ich setzte alles auf eine Karte, gab meinem bisherigen Leben den Laufpass und schlug spontan in der Redaktion auf:

Das deutschsprachige NEXUS war damals frisch aus der Taufe gehoben, und seitdem sind wir quasi mit- und aneinander gewachsen: Das Magazin entwickelte sich über die Jahre zu einer festen Größe im alternativen Zeitschriftenmarkt, und ich zu einem gestandenen Übersetzer, Lektor und Redakteur. Im Rahmen dieses Entwicklungsprozesses habe ich zwar nochmal meine Wanderschuhe ausgepackt und mich in anderen Bereichen etabliert, aber als dann mein Freund Renan den Redaktionsposten abgab, musste ich nicht lange überlegen, um wieder als Endkorrektor tätig zu werden.

Als Thomas mich dann Anfang des Jahres fragte, ob ich nicht auch die Auswahl der Artikel und das Editorial – im Grunde also die Chefredaktion – übernehmen möchte, um „frischen Wind“ ins Magazin zu bringen, musste ich kurz schlucken. Aber es war sofort wieder da, dieses seltsam gewisse Gefühl, das mich schon nach Potsdam getrieben hatte. Leiser diesmal und weniger wild, aber da.

Das Ergebnis meiner Gedankenprozesse und der Gespräche, die ich in den vergangenen Monaten mit Redaktionsmitgliedern und Autoren geführt habe, lesen Sie gerade: Mir ist klargeworden, dass ich ein Medium wie NEXUS in der deutschen Presselandschaft nicht missen möchte, und ich habe mich entschieden, das Baby, das ich von klein auf mit großgezogen habe, auf dem nächsten Schritt zu begleiten. Damit sollte sich auch eine Frage klären, die sich mancher Leser seit einem guten Jahr stellen dürfte: Wie geht es eigentlich mit dem Magazin weiter? Wird es verkauft oder abgewickelt?

Hierauf kann ich Ihnen nun eine klare Antwort geben: Nein. Das NEXUS wird in unseren Händen bleiben und weiterhin von Thomas und seiner Frau herausgegeben, während ich mich verstärkt um die Redaktion kümmern werde.

Was den frischen Wind angeht, mache ich mir übrigens keine großen Sorgen: Ich glaube, der weht schon längst. Ein paar Entwicklungen der letzten Jahre finde ich bereits ausgesprochen dufte – den Farbdruck etwa, oder die Einbindung deutscher Autoren; auch unsere neue Kryptokolumne ist ja ein Schritt in diese Richtung. Natürlich werden auch meine Präferenzen ihren Weg ins Magazin finden: Ich habe mich beispielsweise schon immer gefragt, was es eigentlich auf lange Sicht bringt, dem maroden System ständig die kaputten Rädchen vor die Nase zu halten, nur um dann genauso blöd aus der Wäsche zu gucken wie alle anderen, wenn die Maschine auseinanderfällt, und höchstens ein „Siehste!“ murmeln zu können. Ist doch sinnfrei, oder? Daher beschäftigt mich schon lange die Frage, wie wir eigentlich leben wollen, wenn nicht so wie jetzt? Was für kreative, funktionierende Lösungen gibt es eigentlich da draußen? Eine erste finden Sie schon in diesem Heft: mein Interview mit dem Ökokrieger Jim Self, der in Estland in einem Naturschutzgebiet ein eigenes autarkes Ökohostel aufgebaut hat, mit komfortablen Outdoor-Zelten, Außenküche, Kompostklo und einer Lehmwandsauna – alles mit geringsten Kosten, umweltfreundlich und off the grid. Ein echter Pionier, wie ich finde, der dazu noch eine ansteckende Energie ausstrahlt.

Aber auch eine andere Sache, die sich schon in Thomas’ Gedankengang abgezeichnet hat, schwelt in mir: Mir scheint, dass die alternative Szene – vielleicht auch aufgrund der ständigen Anfeindungen – arg selbstgerecht geworden ist, und ich möchte da nicht in einer Echokammer verknöchern. Ich habe mich stets als Freidenker betrachtet, Dogmatismus jeder Art verabscheut und stelle meine Weltsicht regelmäßig infrage. Und genau das möchte ich auch mit dem ein oder anderen Thema tun, über das wir bereits berichtet haben oder das in unseren Kreisen allzu unkritisch wiedergekäut wird.

Aber wissen Sie: Genau deshalb bin ich auch wieder hier und nirgendwo sonst gelandet. Denn NEXUS war für mich schon immer undogmatisch, und der typische Mix aus Systemkritik, alternativen Ansätzen & Weirdness ist genau meine Kragenweite. Und letztlich krempele ich mit diesen Ideen ja nichts um, sondern vertiefe nur bestimmte Inhalte, die sowieso schon Teil der Magazinphilosophie waren.

Schreiben Sie mir doch einmal, wie es Ihnen damit geht – schließlich sind Sie, die Leser, ein wesentlicher Teil dieses ganzen Projekts.

 

Bis dahin!

 

Ihr Daniel Wagner

Quelle = nexus-magazin.de