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Nexus-Magazin > Ausgabe 73
<< Oktober / November 2017
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Editorial Ausgabe 73

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Liebe Leser,

 

kürzlich hatte ich eine vielversprechende Bekanntschaft auf Facebook gemacht; es ging um eine Veranstaltung, die ich gerne organisiert hätte, und mein Gegenüber schien interessiert. Doch plötzlich kam auf meine Vorschläge keine Antwort mehr – auch nicht auf nochmalige Nachfrage. Nach einigem Nachdenken fiel mir ein möglicher Grund für den plötzlichen Rückzug meines Gesprächspartners ein: Vielleicht hatte er meine verlegerischen Aktivitäten entdeckt und ich war damit für ihn zur Unperson geworden. Ich weiß es zwar nicht genau, aber ich glaube, dass mir das nicht zum ersten Mal passiert ist. Und das mir, der sich zeitlebens als unpolitischen Menschen betrachtet!

Was ich sagen will: Wir leben in Zeiten, in denen es sehr leicht ist, auf die falsche Seite des Zauns zu geraten. Haben Sie die Bilder aus den USA gesehen, bei denen sich in gewaltsamen Ausschreitungen „Rechte“ und „Linke“ als Feinde gegenüberstehen und sich am liebsten die Schädel einschlagen würden? John Titors Prophezeiung1 eines Bürgerkriegs in den USA, der angeblich den Anfang vom Ende unserer Zivilisation markiert, scheint auf beunruhigende Weise ein Stück realer geworden zu sein. Und ich spüre auch in mir selbst, wie ich von den Konflikten unserer Zeit gespalten werde. Ganz meinungslos zu bleiben, scheint moralisch falsch und herzlos. Aber einen Standpunkt bei einem der Reizthemen (Flüchtlinge, Trump, Gender-Themen etc.) zu ergreifen, scheint einen absurden Preis zu kosten – und davon abgesehen vielleicht auch wieder nur die „Teile-und-herrsche“-Taktik der Elite zu unterstützen. Mir kommt es so vor, als sei es extrem schwierig geworden, „das Richtige“ zu tun oder auch nur richtig zu wählen. Vielleicht wäre es am besten, jedem selbst zu überlassen, was er denken oder tun will, solange er die Gesetze befolgt. Aber Toleranz ist gerade in unserer politisch hyper-korrekten Zeit eine eher weniger geforderte Qualität, wenn man mal von Toleranz gegenüber sexuellen Themen (und Abartigkeiten) absieht. Interessante Zeiten …

Jetzt noch zur aktuellen Ausgabe: Um die nahende Ankunft der artifiziellen Intelligenz und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft näher zu beleuchten, haben wir uns entschlossen, Ihnen diesmal eine Kurzgeschichte zu präsentieren. Sie spielt in einer zukünftigen Gesellschaft, in der es noch viel schwieriger geworden ist, die richtige Partei zu ergreifen. Ich denke, Sie werden trotzdem Spaß beim Lesen haben.

Dann noch zu unserer Titelgeschichte: Von seiner Amerika-Reise brachte unser Mitarbeiter Daniel Loose einen Bericht über den wahrscheinlich größten UFO-Kongress der letzten Zeit mit. Dass ich ihn zum Titelthema dieser Ausgabe erkoren habe, liegt unter anderem an meiner persönlichen Geschichte: Nach dem 11. September schien es mir fast schon meine Bürgerpflicht zu sein, der nichtsahnenden Öffentlichkeit die ganzen Ungeheuerlichkeiten und Gerüchte zu präsentieren, die sich um das Ereignis rankten, die von Verschwörungen handelten und von einer Elite, die offensichtlich außer Rand und Band geraten war. Heute hat sich ein eigener Markt für diese Art von Informationen und Desinformationen entwickelt, auf dem Whistleblower, Autoren und Verleger um Aufmerksamkeit und Einkünfte konkurrieren. Daniel Looses Bericht hat meine Meinung nur bestätigt, dass wir endlich mehr Vorsicht walten lassen sollten, wem wir dabei unser Vertrauen schenken und wessen Geschichte vielleicht einfach nur erstunken und erlogen ist.

Den Geheimdiensten ist es zu verdanken, dass es heutzutage zwischen „die Wahrheit sagen“ und Lügen noch einen dritten Zustand eines Whistleblowers gibt: wenn er sich nämlich an Dinge erinnert, die ihm per Gehirnwäsche eingesetzt wurden. Wir wissen seit Cathy O’Brien, dass die Kunst der Mind Control inzwischen hoch entwickelt sein muss. Vielleicht würden wir erschrecken, wenn wir die Wahrheit darüber erfahren würden, bei wie vielen Menschen die Geheimdienste eingreifen, um Haltungen, Überzeugungen und Erinnerungen entscheidend „mitzugestalten“.

In letzter Zeit konnte man im Fall von mehreren Prominenten beobachten, wie es sich auswirkt, wenn ihre Programmierungen zusammenbrechen bzw. wieder frisch „eingestellt“ werden müssen. Der Rapper und Produzent Kanye West gab ein besonders gut dokumentiertes Beispiel, als er bei einer seiner Bühenshows plötzlich ausrastete und statt zu rappen minutenlang „wirres Zeug“ über Verschwörungen faselte. Gleich nach der Show wurde er erstmal verräumt und tauchte dann Monate später mit gebleichten Haaren und scheinbar auch gebleichtem Geist wieder auf.2

Bleiben wir also lieber vorsichtig – gegenüber unseren eigenen Überzeugungen genauso wie denen der anderen!

 

Ihr Thomas Kirschner

1 https://www.matrixblogger.de/john-titor-der-zeitreisende-aus-der-zukunft/
2 http://tinyurl.com/ybgtvh7x, oder auch, im Fall von Katy Perry: http://tinyurl.com/yd33lksn

Quelle = nexus-magazin.de

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